Blumenerde – aber bitte torffrei!

Besonders in großen Gärtnereien wird meist zu Blumenerde mit Torf gegriffen. Aber auch wir Hobbygärtner greifen gerne – wenn auch unbewusst – zu Blumenerde mit Torf. Durch Torf in der Blumenerde wird diese lockerer und die Durchlüftung des Bodens wird gefördert. Das war’s dann aber auch schon mit den Vorteilen von Torf in der Blumenerde. Denn die Bodenqualität selbst wird durch die Verwendung von Torf verschlechtert. Er ist nährstoffarm und versauert den Boden. Hinzu kommt: Ist der Torf erst einmal ausgetrocknet, nimmt er kein Wasser mehr auf.

Torfabbau in großem Stil findet meistens in den baltischen Staaten statt.

Wo kommt der Torf her?

Torf wird im großen Stil verstärkt in den baltischen Staaten abgebaut. Durch den Abbau werden wertvolle Moore zerstört, die ein wichtiger Akteur in unserem Klima sind. Torf ist ein großer Treibhausgasspeicher, was durch den Abbau freigesetzt wird und die Moorlandschaft, die in unseren Gegenden unter Naturschutz stehen, wird zerstört. Das Hohe Venn in der Region zwischen Belgien und Deutschland ist solch eine Moorlandschaft. Hier wird allerdings seit vielen Jahren kein Torfabbau mehr betrieben.

Alternativen zum Torf

Beste Alternative für Torf ist Kompost, wenn möglich aus dem eigenen Garten. Er lockert die Erde auf und ist besonders nährstoffreich. Außerdem können Rindenhumus, Holz-, Schilf-, Hand- oder Kokosfasern in den Boden eingebracht werden um für eine Lockerung des Bodens zu sorgen. Auch Sand macht in den Böden Sinn für die Förderung der Bodenstruktur und unterstützt wichtige Bodenlebewesen.

3 Kommentare

  • Nicola Wickert

    Das ist sehr richtig! Nur braucht man manchmal eben doch „zugekaufte“ Erde – und da ist es in Ostbelgien unmöglich, an torffreie Pflanzerde zu kommen. Oder nicht? Kennt hier jemand vielleicht eine Einkaufsquelle?

    • Hallo Nicola, wir haben bei BISA in Eupen nachgefragt. Die Antwort von BISA lautete: „Gerne teilen wir Ihnen mit, dass unsere Pflanzenerden, die wir hier absieben und verkaufen, frei von Torf ist.“ Das trifft leider nicht für die verpackte Blumenerde von Eifelhum zu, die BISA auch verkauft. Eifelhum aus Bütgenbach hat (laut Webseite) allerdings auch ein Produktlinie ohne Torf –> http://www.eifel-holz.eu/bioterra.html

  • Maria Heinrich

    Danke für das Thema.
    Kleine Info: In Deutschland (überwiegend in Niedersachsen) werden jährlich rund 6,5 Millionen Kubikmeter Torf abgebaut. Die Nachfrage des Gartenbaus allein in Deutschland beträgt aber ca. 9 Millionen Kubikmeter. Deshalb wird zusätzlich Torf aus dem Baltikum importiert.
    Neben den bereits aufgelisteten Alternativen möchte ich den Wurmhumus/Wurmkompost erwähnen, er wirkt auch lockernd und dazu noch sogar nährend und belebend auf den Boden. Darüber würde ich mich jede Zeit gerne austauschen 😉

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