Horror-Pflanzen in deinem Garten

Wir haben euch in verschiedenen Gartenforen gefragt, welche Horror-Pflanzen ihr am liebsten niemals in eurem Garten gepflanzt hättet. Aus den vielen Antworten haben wir die meistgenannten Pflanzen hier für euch zusammengetragen. Sicherlich haben diese Pflanzen auch einen gewissen Nutzen für euren Garten, aber ihr solltest vorsichtig sein und euch vorher informieren, welche geeigneten Gegenmaßnahmen ihr treffen solltet, bevor die Pflanzen bei euch einziehen dürfen.

Einige schnell wachsende Pflanzen, die euch einen raschen Sonnenschutz für euren Wintergarten bieten, können nachher so stark wuchern, dass ihr mit der Eindämmung ewig lange beschäftigt seid. Andere Pflanzen tragen leckere Früchte oder besonders schöne Blätter und Blüten, verdrengen aber andere Pflanzen besonders stark.

Also lieber vorher gut informieren und ggf. eine Wurzelsperre vorab in den Boden setzen – vielleicht ist es aber sogar ratsamer die Pflanze sofort nur in einem Kübel zu pflanzen.

Hier nun eure meisten genannten Pflanzen, die euch das Leben im Garten schwer machen:

Die Blätter und Blüten des japanische Staudenknöterich

Der japanische Staudenknöterich

Der japanische Staudenknöterich ist eine schnell wachsenden Pflanze die hoch hinaus möchte – wirklich hoch hinaus. Wuchshöhe von 3 bis 4 Metern sind für den Staudenknöterich völlig normal, wächst er doch bis zu 30 cm pro Tag! Seine bambusartigen Stängel sind innen hohl und bilden mit ihren zahlreichen Blättern eine blickdichte Wand, was ihn sicherlich zu einem attraktiven Sichtschutz macht.

Was den japanischen Staudenknöterich so attraktiv macht, ist gleichzeit auch sein größter Nachteil. Sein explosionsachtiges, dichtes Wachstum beschattet dermaßen stark den Boden, dass alles was unter ihm steht kein Sonnenlicht mehr abbekommt. Das führt unweigerlich dazu, dass selbst Gras unter seinem Schatten nicht mehr wächst. Die Graswurzeln, die normalerweise das Erdreich bei Regen zusammen halten ist so nicht mehr vorhanden. Das begünstigt, dass der Boden sehr leicht ausgespült werden kann. In manchen Regionen wird der japanische Staudenknöterich sogar für Überflutungen verantwortlich gemacht, da Flussdeiche ihre Funktion nicht mehr wie gewünscht aufrecht erhalten konnten. Seine 5 bis 20 Zentimeter großen Blätter fallen zudem im Herbst herab und werden bei Regen in die Bachläufe gespült wo sie Wasser im Bachlauf zusätzlich aufstauen.

Ist der Knöterich einmal in deinem Garten, wirst du ihn sehr wahrscheinlich nie wieder los. Um sich auszubreiten bildet er unterirdische Rhizome und lässt bald dichte, ausgedehnte Bestände entstehen. Obwohl die Rizome sich meist in der horizontalen ausbreiten, können sich diese bis zu 2 Meter tief in den Boden graben. Das entfernen oder eingrenzen der Wurzeln wird zu einem ewigen Kampf. Werden die Wurzeln nicht komplett entfernt, bilden sich aus den Überresten schnell wieder neue Rizome und daraus wieder neue Pflanzen.

Bambus

Schön ist sie ja … würde sie doch nur da bleiben wo sie ist …

Echte Zaunwinde

Wie der japanische Staudenknöterich wächst auch die Zaunwinde und bildet unterirdische Rizome. Von deer echten Zaunwinde gibt es ca. 30 Arten. Die ausdauernde Kletterpflanze windet sich gerne an allem hoch, was sie zu „fassen“ bekommt. Ihre herzförmigen Blätter und ihre bis zu 10 cm großen, trichterförmigen Blüten winden sich bis zu 3,5 Meter hoch und sind nett anzusehen.

Ihre weiß, pink oder blassgelben Blüten sind allerdings nicht für viele Insekten „brauchbar“. Nur spezialisierte Insekten mit einem besonders langen Saugrüssel können die Zaunwinde bestäuben. Ihre Blüten bilden dann eine Kapselfrucht in der die Samen gedeihen. Mit ihren Samen und den sehr langen unterirdischen Rizomen breitet sich die Zaunwinde immer weiter aus. Jeder Versuch der Zaunwinde Einhalt zu gebieten, wird zur Lebensaufgabe. Ständiges Blüten abpflücken, bevor diese Samen bilden und das Ausgraben der Rizome wird zur Sisyphus-Arbeit.

Auch wir haben diese Pflanze in unserem Garten – dem Hausvorbesitzer sei dank. Schieben wir den Rindenmulch in unserem Blumenbeet mit der Hand auf Seite, finden wir meterlange, weiße „Adern“, die wir seit Jahren immer wieder entfernen. Einige Monate später sind die Wurzeln wieder da, als hätten wir diese nie entfernt. Es ist zum Verzweifeln!

Vorsicht bei Berührungen mit dem Riesenbärenklau!

Riesenbärenklau

Der Riesenbärenklau ist eine zwei- bis mehrjährige Pflanze und erreicht Wuchshöhen bis zu 3 Metern. Seine Blätter werden oft bis zu einem Meter groß. Um sich zu Vermehren bildet die Pflanze an seiner große Blüte jede Menge Samen, die sich durch Wind und durch Tiere, die die Samen fressen, in deer Gegend verteilen. Seine großen Blätter wurden gerne als Hasenfutter verwendet. Auch mein Opa hatte aus diesem Grund den Riesenbärenklau angepflanzt. In meiner Jugend waren meine Kaninchen total verrückt nach den Blättern des Riesenbärenklaus. Bevor die Blüten ihre Samen ausbildeten, haben wir die Blüten abgeschnitten und kompostiert um die Ausbreitung zu unterbinden.

Weil der Riesenbärenklau photosensibilisierende Substanzen ausbildet, kann er bei Berührung im Zusammenspiel mit Sonnenlicht zu verbrennungsartigen Quadeln auf der Haut bilden. Weil er in Europa nicht heimisch ist und er zudem andere, heimische Pflanzen verdrängt, gilt der als invasive Pflanze und wird von vielen Gemeinde regelmäßig bekämpft.

Siehst du einen Riesenbärenklau und möchtest diesen Entfernen, solltest du auf ausreichende Schutzkleidung achten. Am Sichersten für dich ist es jedoch, wenn du das Umweltamt deiner Gemeinde kontaktierst. Das Amt wird den Riesenbärenklau sicherlich in den nächsten Wochen entfernen.

Invasive Pflanzen gibt es viele, sie verdrängen heimische Pflanzen durch ihre Ausbreitung in der Umwelt und sind äußerst nachteilig für die biologische Vielfalt oder deren Funktionen für die regionalen Ökosysteme. Der föderale Öffentliche Dienst für Volksgesundheit und die Sicherheit der Nahrungsmittelkette in Belgien hat eine Liste invasiver Pflanzen veröffentlicht. Diese Liste kannst du dir hier anschauen: https://www.health.belgium.be/de/tiere-und-pflanzen/biodiversitaet/invasive-gebietsfremde-arten/europaeische-liste-der

Giersch ist deutlich kleiner als der Riesenbärenklau

Giersch

Der Doldenblütler gehört zur selben Familie wie beispielsweise Möhren, Pastinaken, Petersilie und Co. Der schlägt mit seinen Vitaminen, Minarealstoffen und Spurenelementen sogar den Grünkohl. Sein Mineralstoffgehalt ist zum Beispiel bis zu 13 mal höher! Auch im Vitamin-C-Vergleich schlägt sich der Giersch gut. Mit seinem viermal höheren Vitamin-C-Gehalt übertrumpft er sogar eine Zitrone. Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum er früher ein gern gesehener Gast in vielen Gärten war. Besonders in den mageren Nachkriegsjahren war er ein beliebter Nährstofflieferant. Auch in Klostergärten ist Giersch angebaut worden, gilt er doch als Heilpflanze.

Wer Giersch in seinem Garten hat kann sich bald über einen dichten Gierschteppiche freuen. Giersch breitet sich über seine Wurzeln und Ausläufer emsig aus und ist dann kaum zu bremsen. Wer ihn also einmal im Garten hat, wird ihn nur schwer wieder los.

Wer zum Gegenangriff ansetzen will, dem helfen wohl nur aufessen, totjäten, mähen und abdecken. Willst du den Girsch eindämmen, kannst auch versuchen den Gegenangriff von stärkeren Pflanzen austragen zu lassen. Dabei solltest du aber darauf achten, dir nicht den nächsten unliebsamen Gast in den Garten holen. Am besten du erkundigst dich einmal im Gartencenter deine Vertrauens.

Efeu: Von den einen geliebt – von den anderen gehasst.

Efeu

Ob als Boden- oder Fassadendecker findet das Efeu meist seinen Weg in den Garten. Die winterharte Kletterpflanze bildet immergrüne (Wand-)Teppiche und bieten so eine malerische Begrünung. Mithilfe kleiner Haftwurzeln klettert das Efeu bis zu 20 Meter in die Höhe. Vögel und Insekten lieben eine, mit Efeu bewachsende Hauswand. Auch in Böschungen hat Efeu durchaus einen guten Zweck, in dem er die Böschung dicht begünt. Sein dichtes Geflächt sorgt dafür, dass das Abrutschen der Böschung verhindert werden kann.

Aber auch Efeu kann dein persönlicher Endgegner werden, wenn du ihn wieder los werden willst. Selbst wenn du versuchst der Wuchsfreudigkeit des Efeus entgegen zu treten und ihn in seine Schranken weisen möchtest, erfordert es viel Zeit und Geduld von dir. Die Wurzeln des Efeus wurzeln bis zu 60 cm tief und breiten sich so unterirdisch aus. Willst du dem Efeu Einhalt gebieten oder ihn sogar ganz aus dem Garten entfernen musst du die Wurzeln ausgraben. Um Efeu dauerhaft zu vernichten musst du anschließend alle Triebe die wieder aus der Erde schauen Herausziehen und Schneiden der Triebe.

Die dunklen Früchte der Brombeeren sind sehr lecker.

Brombeeren

Ich gebe es zu, auch in unserem Garten sind Brombeeren zu finden. Wir mögen einfach die leckeren dunklen Beeren, auch wenn es einige Kratzer verusacht, wenn wir sie Pflücken möchten. Da sind Himbeeren doch etwas netter zu ernten, aber sie schmecken eben nicht so wie Brombeeren. Die Brombeeren mit ihren besonders stacheligen Ausläufern sind aber nicht jedermanns Sache. überall wo die Brombeere ihr „Tentakeln“ auswirft, bleibt sie dank ihrer zahlreichen Dornen regelrecht hängen. Einmal bodenkontakt gefunden, fängt sie gleich zu wurzeln an.

Als wir unser Haus gekauft haben, war der Garten dicht bewachsen mit Brombeeren. Die ehemaligen Hausbesitzer waren wohl nicht mehr fit genug den Garten zu pflegen und nach ihrem Tod wurde der Garten einige Zeit nicht gepflegt. Den Brombeersträuchern hat es gefallen und so haben sie sich munter ausgebreitet. Um dem bunten Treiben Einhalt zu gebieten hilft nur abschneiden, abschneiden und abschneiden und nach Möglichkeit ausbuddeln.

Nun wohnen wir schon einige Jahre in unserem Haus, aber man wundert sich, wo plötzlich doch wieder Brombeeren aus dem Boden gekrochen kommen. Meist reicht es mit dem Rasenmäher über die jungen Triebe zu fahren, doch beispielsweise in unserem Blumenbeet will eine Pflanze sich noch nicht so einfach geschlagen geben. Naja, ich nehme es sportlich.

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