Gemüsegarten anlegen – DIY im eigenen Garten

Im letzten Jahr haben wir uns – vor allem für die Kinder – ein eigenes kleines Hochbeet angelegt. Vielleicht lag es an unseren ausbaufähigen Hobbygärtnerkenntnissen oder an der Größe des Mini-Hochbeets, jedenfalls war unsere erste eigene Ernte nicht besonders üppig. Einige Kräuter und viele grüne Tomaten, die einfach nicht rot werden wollten, waren unsere schmale Ausbeute.

Trotzdem haben wir uns in diesem Jahr wieder dazu entschieden, einen Gemüsegarten anzulegen. Wenn wir ehrlich sind, trafen wir die Entscheidung einen Garten anzulegen sehr spontan. In den letzten zwei Märzwochen waren wir, wie so viele, auf Grund der Corona-Pandemie zu Hause. Anne arbeitete im HomeOffice, ich hatte ein paar Tage Urlaub und die Kids erfreuten sich in den „Corona-Ferien“ am schönen Wetter und spielten viel im Garten.

Die Nachrichten waren (und sind) voll von Meldungen rund um die Pandemie und die schwierige Situation der Landwirte, die ohne Erntehelfer dastehen. Eine kleine „Panikattacke“ war dann der konkrete Auslöser für uns, unsere Gartenbaupläne zu konkretisieren.

Entscheidung getroffen – und jetzt?

Der leichten Panik folgte schnell die Ernüchterung: „Garten anlegen ohne geöffneten Garten- oder Baumarkt? Eine ganz tolle Idee!“, dachten wir uns. „Dann muss der Garten, mit dem, was da ist, angelegt werden„, so unser neues Motto. Also erst einmal checken welches Material da ist und dann überlegen, wie wir unsere Idee umsetzen könnten.

Ein großer Haufen „sauber geklopfter“ Steine im hinteren Teil des Gartens, war Anne schon lange ein Dorn im Auge. Zugegeben waren diese Überreste der Hausrenovierung kein Augenschmaus in unserem Garten. „Da kann man sicher was draus machen.„, sagten wir uns. Ein paar Bretter und das richtige Werkzeug finden sich in einem Heimwerker-Haushalt auch und der Kompost war ebenfalls reif, umgebuddelt zu werden.

Ran an die Arbeit!

Auf den ersten Blick schien alles Notwendige im und um das Haus herum zur Verfügung zu stehen. Zugegeben, etwas Vorstellungsvermögen war gefragt, aber wir haben uns einfach mal an die Arbeit gemacht.

Doch wo soll der Garten hin? Nach etwas Lektüre haben wir uns für die Ecke im Garten entschieden, wo der Steinhaufen sein trauriges Dasein fristete. An diesem Ort scheint die Sonne möglichst den ganzen Tag und der Garten liegt durch die Hecken an zwei Seiten dennoch windgeschützt.

Zuallererst haben wir uns dem Steinhaufen gewidmet. Alle Steine mussten an anderer Stelle auseinander gelegt werden, um einen Überblick über die verschiedenen Größen und zu bekommen. Über die sieben Jahre seit dem Hausumbau hatten sich jede Menge „Untermieter“ zwischen den Steinen eingenistet. Die meisten haben die Flucht alleine angetreten. Die zahlreichen Schnecken wurden von unseren Kids eingesammelt. Wir waren erstaunt, wie viele Schneckenhäuser – vor allem unbewohnte – in den Spalten zwischen den Steinen zu finden waren.

Jetzt ging es ans Buddeln. Mit Hacke und Schaufel haben wir einen kleinen Graben ausgehoben. Dabei haben wir auf genügend Abstand – etwa einen Meter – zur vorhandenen Hecke geachtet. Dadurch sollten sich die Wurzeln nicht in die Quere kommen und die Hecke das zukünftige Gemüse nicht in den Schatten stellen. Anschließend musste mit Hilfe einer Metallschiene und der Wasserwage das Gefälle ausgemessen werden. Links wurden die Steine fast komplett in den Boden versenkt; rechts war fast kein Ausgraben notwendig. Da unser Boden ohnehin fest und lehmig ist, reichte es, den Boden mit einem dicken Hammer fest zu klopfen und die Steine entlang der Schiene in den gezogenen Graben zu setzen. Mit der Wasserwagen blieb alles schön im Lot.

Im rechten Winkel zur ersten kleinen Mauer haben wir dann die nächste Reihe Steine angesetzt. Damit auch nichts schief und krum wird, wurden die gesamten Bautätigkeiten von unserer Katze Molly überwacht. Zudem haben wir für die dritte und vierte Steinreihe erst einmal alles genaustens vermessen und unsere Kenntnisse über den Satz des Pythagoras aufgefrischt. Etwas Augenmaß und ein Maßband waren aber auch sehr hilfreich.

Auf die untere Steinreihe haben wir anschließend noch zwei weitere Reihen Steine, jeweils mit Versatz zur untern Reihe gelegt. Auf Mörtel oder Ähnliches haben wir bewusst verzichtet. So können die geflohenen „Untermieter“ aus dem Steinhaufen zumindest teilweise wieder ihr Quartier beziehen.

Auf der „flachen Seite“ des Gartens, bei uns auf der Süd-Ost-Seite, haben wir in den Steinreihen eine Lücke als Eingang in unseren Gemüsegarten gelassen. Hier haben wir einen Rahmen aus Holbrettern eingesetzt, der später als Abgrenzung zwischen Garten und Weg dient. Wir haben uns dazu entschieden den Garten u-förmig anzulegen, um an alle Stellen des Gartens bequem arbeiten zu können. Da jetzt die Garten- oder Baumärkte wieder geöffnet haben, werden wir, sobald ein paar Tage verstrichen sind, Rindenmulch besorgen und den Weg damit auslegen. Ein Tor und einen Staketenzaun um den Garten folgen dann auch bald. Als Befüllung des Gartens haben wir einen Rest Sand und gesiebte Erde sowie jede Menge Komposterde gemischt.

Was in unserem Garten so alles wachsen wird und wie wir ihn bepflanzen werden, erfahrt ihr in einem unserer nächsten Posts.

Und so sieht der Gemüsegarten aktuell aus:

Wir wissen, dass wir durch die Anlage des Gemüsegartens und das Verlegen der Steine den Lebensraum von vielen kleineren Gartenbewohnern zerstört haben. Daher haben wir uns dazu entschieden, in der kommenden Zeit an anderer Stelle ein großes neues „Insektenhotel“ und weitere DIY-Projekte umzusetzen, um den Tierchen das Leben in unserem Garten weiterhin zu ermöglichen. Ihr findet dazu dann unsere Umsetzungen und Ideen in den nächsten Monaten auf unserer Seite.

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