Feldrittersporn ist Blume des Jahres

Früher gehörte er ganz selbstverständlich zum Bild blühender Felder: Der Feldrittersporn (Consolida regalis) mit seinen auffälligen blau-violetten Blüten und dem typischen Sporn wuchs zwischen Getreidepflanzen und diente zahlreichen Insekten als wichtige Nahrungsquelle. Besonders Wildbienen und Schmetterlinge profitierten von seinem reichen Blütenangebot über viele Monate hinweg. Heute ist diese einst verbreitete Ackerwildpflanze jedoch nur noch selten zu entdecken.

Die Loki Schmidt Stiftung hat den Feldrittersporn deshalb zur 47. „Blume des Jahres“ gekürt. Damit möchte sie auf den drastischen Rückgang vieler Arten in landwirtschaftlich genutzten Gebieten aufmerksam machen. Gleichzeitig setzt sie sich für eine schonendere Bewirtschaftung ein, die wieder mehr Raum für Vielfalt lässt.

Der Feldrittersporn
Von AnRo0002 – Eigenes Werk, CC0, Link

Dabei waren Äcker lange Zeit artenreiche Lebensräume: Neben den dominierenden Nutzpflanzen fanden hier über 350 weitere Pflanzenarten ihren Platz – rund ein Zehntel der mitteleuropäischen Gefäßpflanzen. Diese Vielfalt bildete die Grundlage für ein komplexes Ökosystem, in dem auch zahlreiche Tiere lebten, von Insekten über Vögel bis hin zu kleinen Säugetieren und Amphibien. Doch durch moderne landwirtschaftliche Praktiken hat sich dieses Bild stark verändert. Intensiver Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln sowie großflächige, einheitliche Anbauformen haben dazu geführt, dass viele Wildkräuter verschwunden sind. Mit ihnen gingen auch wichtige Lebensgrundlagen für zahlreiche Tierarten verloren.

Axel Jahn, Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung, kritisiert diese Entwicklung deutlich: In der heutigen Landwirtschaft stehe oft der maximale Ertrag im Vordergrund, während der Artenschutz zu kurz komme. Dabei hätten gerade die sogenannten Kulturfolger – Pflanzen und Tiere, die sich über Jahrhunderte an die vom Menschen geprägten Landschaften angepasst haben – das Erscheinungsbild unserer Umwelt entscheidend mitgeprägt. Um dem fortschreitenden Verlust entgegenzuwirken, brauche es gezielte Maßnahmen. Die Stiftung selbst engagiert sich unter anderem mit naturnah bewirtschafteten Flächen, artenreichen Wiesen und Hecken. Gleichzeitig könne aber auch jede einzelne Person einen Beitrag leisten, etwa durch naturnahe Gestaltung von Gärten oder Balkonen.

Wie ernst die Lage ist, zeigt ein Blick auf die Gefährdungseinstufung: In Nordrhein-Westfalen gilt der Feldrittersporn bereits als stark gefährdet und steht auf der Roten Liste in Kategorie 2. Sein Rückgang ist ein deutliches Warnsignal für den Zustand unserer Agrarlandschaften insgesamt.

Wenn du mehr über den Feldrittersporn lesen möchtest, dann lies den Artikel der auf der Website der Loki Schmidt Stiftung.

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