Hummel auf einer Blume sitzend

Brummende Lieblinge: Was Hummeln lieben.

Wer liebt sie nicht, diese kleinen gemütlichen Flauschkugeln unserer Tierwelt – die Hummeln? Sie sind echte Schwerstarbeiter im Beet und oft schon unterwegs, wenn es anderen Insekten noch viel zu kalt ist. Doch Hummeln haben es heute gar nicht so leicht. Wie du den pelzigen Fliegern helfen und deinen eigenen Garten oder Balkon in ein echtes Hummelparadies verwandeln kannst, erfährst du hier.

Hast du gewusst, dass Hummeln schon bei frostigen Temperaturen ab etwa 2 °C ausfliegen? Während Honigbienen noch gemütlich in ihrem Stock kuscheln, sind die Hummelköniginnen im zeitigen Frühjahr bereits auf der Suche nach Nahrung und einem geeigneten Platz für ihr Nest. Weil sie so früh starten und unglaublich fleißig sind, zählen sie zu den wichtigsten Bestäubern in unserer Natur. Aber die moderne Landschaft macht es ihnen immer schwerer, Nahrung und Unterschlupf zu finden. Zum Glück kannst du mit ein paar einfachen Handgriffen eine Menge bewirken!

Hummel auf einem Lavendel
Foto von Adonyi Gábor auf Unsplash

Die perfekte Hummel-Speisekarte: Ungefüllt ist Trumpf!

Wenn du Hummeln glücklich machen willst, musst du vor allem einen Blick auf die Blütenform in deinem Garten werfen. Hummeln lieben ungefüllte Blüten. Viele hochgezüchtete Prachtbrennnesseln, Rosen oder Dahlien haben sogenannte „gefüllte“ Blüten. Das bedeutet, dass ihre Staubblätter zu zusätzlichen Blütenblättern umgezüchtet wurden. Für uns sieht das zwar üppig aus, für die Hummel ist es aber eine Tragödie: Sie kommt schlicht nicht an den Nektar heran und verhungert vor vollen Töpfen.

Da ein Hummelvolk vom ersten warmen Tag im März bis weit in den Oktober hinein aktiv ist, brauchen die Brummer die ganze Saison über ein fließendes Nahrungsangebot. Hier ist eine kleine Übersicht, womit du ihnen zu welcher Jahreszeit eine Freude machst:

  • Frühling (Überlebenswichtig): Krokusse, Weidenkätzchen, Blaustern, wilde Obstbäume, Löwenzahn und Taubnesseln. Das ist die Rettung für hungrige Königinnen nach dem Winterschlaf.
  • Sommer (Hochsaison): Lavendel, Borretsch, Lupinen, Fingerhut, Sonnenhut, Disteln, Phacelia (Bienenfreund) und Kräuter wie Salbei oder Thymian.
  • Herbst (Für den Nachwuchs): Herbst-Anemonen, Efeu, Fetthenne und Topinambur. Jetzt tanken die neuen Jungköniginnen Kraft für den Winter.
Die Gartenhummel
© Hannes Petrischak

Wohnraum schaffen: Warum Mut zur Unordnung hilft

Neben Futter brauchen Hummeln dringend sichere Verstecke. Wusstest du, dass die allermeisten heimischen Hummelarten sogenannte Erdbrüter sind? Sie bauen ihre Nester wahnsinnig gerne unterirdisch – zum Beispiel in verlassenen Mäuselöchern, unter dichten Hecken oder in alten Moosansammlungen.

Der beste Tipp für einen hummelfreundlichen Garten lautet daher: Hab Mut zur Unordnung! Lass in einer unauffälligen Ecke des Gartens ruhig mal das Laub liegen, staple etwas Totholz auf oder lass das Gras etwas höher wachsen. Wenn du den Tieren etwas Luxus bieten willst, kannst du im Handel auch spezielle Hummelhäuser (Nistkästen) kaufen oder selbst bauen. Stelle diese schattig auf und polstere sie mit etwas natürlichem Material wie Kleintierstreu oder trockenem Moos aus.

Der Bund Naturschutz in Bayern e.V. hat eine tolle Anleitung für den Selbstbau eines eignen Hummelhauses erstellt. Schau ihn dir mal an!

Drei Sofort-Maßnahmen für deinen Garten

Verbanne die Chemie: Chemische Unkrautvernichter und Pestizide sind das Todesurteil für Wildbienen. Sie schädigen das empfindliche Nervensystem der Tiere. Setze lieber auf natürliche Vielfalt und biologischen Pflanzenschutz.

Baue eine Hummel-Tränke: Auch Hummeln müssen trinken – besonders an heißen Sommertagen. Stelle eine flache Schale mit Wasser auf. Ganz wichtig: Lege Steine, Murmeln oder Moos hinein. Das dient als sichere Landebahn, damit die Tiere beim Trinken nicht ertrinken.

Mähe seltener: Ein englischer Rasen ist für Insekten wie eine grüne Wüste. Lass stattdessen Teilbereiche deines Gartens als Wildblumenwiese stehen. Das schont nicht nur deine Freizeit, sondern rettet Leben.

Erste Hilfe: Was tun, wenn eine Hummel erschöpft ist?

Bestimmt hast du im Frühjahr oder Sommer schon mal eine Hummel völlig regungslos auf der Terrasse oder dem Gehweg sitzen sehen. Oft ist das Tier nicht krank oder alt, sondern ihm ist schlicht der „Sprit“ ausgegangen. Wenn Hummeln lange fliegen und keine Nahrung finden, unterkühlen sie und können sich nicht mehr bewegen.

So wirst du zum Lebensretter: Mische einen halben Teelöffel ganz normalen Haushaltszucker mit ein paar Tropfen lauwarmem Wasser auf einem kleinen Löffel. Halte diesen Löffel der Hummel vorsichtig direkt vor ihren Rüssel. Du wirst staunen, wie schnell sie die Energie aufsaugt. Meistens fliegt sie nach ein paar Minuten munter weiter!

Alternativ kannst du die Hummel auch mit Hilfe von einem Blatt Papier o. Ä. aufsammeln und sie auf eine Blüte setzen. Hier kann sie dann gemütlich Pausieren und Naktar schlürfen.

Wichtig: Bitte füttere niemals Honig! Dieser kann gefährliche Krankheitserreger (wie die Amerikanische Faulbrut) enthalten, die ganze Völker auslöschen.

Jetzt bist du dran!

Hast du schon Hummeln in deinem Garten entdeckt? Welche Pflanzen sind bei deinen Brummern besonders beliebt? Schreib es mir unbedingt unten in die Kommentare!

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